Afrika: Weißer König, roter Kautschuk, schwarzer Tod (Dokumentation 2004)

König Leopold II. von Belgien zwang Ende des 19. Jahrhunderts Millionen Menschen im Kongo in die Sklaverei und beutete sie sowie das Land brutal aus. In Form eines fiktiven Tribunals rekonstruiert der Dokumentarfilm ein Kapitel der grausamen Kolonialgeschichte.

Zehn Millionen Afrikaner sollen unter seiner Menschen verachtenden Herrschaft gestorben sein, ermordet durch ein von ihm erdachtes und gelenktes Überwachungs- und Unterdrückungssystem: Leopold II., König der Belgier, hatte 1885 den so genannten Freistaat Kongo in Besitz genommen.

Bevor Leopold II. den Kongo auf Druck von Missionaren und der internationalen Presse 1908 an Belgien übertrug, hatten ihn Elfenbein und vor allem Kautschuk unbeschreiblich reich gemacht. Der Dokumentarfilm konfrontiert den Monarchen in einem fiktiven Tribunal mit Zeugen und Zeugnissen der Gewalt. Einen solchen Prozess hat es in Wirklichkeit nicht gegeben.

Doch der Hafenverwaltungsangestellte Edmund Dene Morel hatte ihn angestrebt. Er hatte festgestellt, dass die Schiffe, die den Rohkautschuk nach Antwerpen lieferten, vor allem Waffen und Munition nach Afrika zurückbrachten. Hier wurden Menschen mit Waffengewalt zu Sklavenarbeiten gezwungen. Wenn sie sich weigerten, wurden sie erschossen.

Dem unermüdlichen Morel gelang es, international Unterstützung für seinen Protest zu gewinnen und das Augenmerk der Öffentlichkeit auf den Kongo zu lenken. So entstand die erste Menschenrechtsbewegung überhaupt. König Leopold II. blieb unbestraft. Er starb ein Jahr nach der erzwungenen Übergabe “seiner” Kolonie in Brüssel.

Quellen: www.arte.tv/de/1198900,CmC=1198892.html | www.arte.tv/de/1031570,CmC=1031548.html

Als wir voller Bestürzung den militärischen Überfall der NATO auf Libyen sahen unter dem Vorwand einer „humanitären Intervention”, wurden wir an die frühere Periode eurpäischer „Zivilisierungs”- Missionen in Afrika erinnert. Kurz nach der Berliner „Kongo”-Konferenz von 1884-85 ist ein Schwarm von Ländern aus West-Europa, bewaffnet mit Kugeln und Bibeln, England, Frankreich, Deutschland, Belgien und Portugal, losgezogen mit der Aufgabe, „die Afrikaner vor sich selbst zu retten”.

Mit der Behauptung von ihrer intellektuellen und moralischen Überlegenheit, wie es Rudyard Kiplings schamloses, imperialistisches Gedicht widerspiegelt, rissen diese europäischen Mächte die volle Kontrolle über das Land und das Leben ihrer neuen afrikanischen Untertanen an sich. Afrika, das sich noch nicht richtig erholt hatte von den Verheerungen des sowohl transatlantischen wie trans-Sahara-Sklavenhandels, war schlecht vorbereitet auf das, was folgen sollte.

Quelle: http://einarschlereth.blogspot.com/2011/11/afrika-nato-africom-und-die-neue-last.html

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