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Sahra Wagenknecht zu Ursachen der Wirtschaftskrise

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Sahra Wagenknecht über Ursachen der Wirtschaftskrise www.sahra-wagenknecht.de. Wir fanden zusätzlich zu dem eine interessate Buchrezension von Sumi Miller “Sumi”.

Sahra Wagenknecht beginnt jedes Kapitel mit einem Karl Marx Zitat. Dass in ihrem Buch – am Beispiel der Finanzkrise – jedoch nicht wie bei Marx die Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Produktion analysiert und über ihre Erklärung eine Kritik am kapitalistischen Wirtschaftssystem geleistet wird, war schon dem Titel ihres Buches – Wahnsinn mit Methode – zu entnehmen. Entweder Wahnsinn, also willkürlich, ohne Sinn und Verstand oder mit Methode, bezogen auf einen zugrundeliegenden Zweck. Da Sahra Wagenknecht am Zweck der kapitalistischen Produktionsweise nichts auszusetzen hat, geißelt sie im Sinne ihres Ideals eines anständigen Kapitalismus die vermeintlichen Verfehlungen und Übertreibungen: ein außer Rand und Band geratenes Finanzsystem, gewissenlose Kreditvergabe, Glücksritter, Privat Equity Piraten, ABS- und CDO-Irrsinn, sinnlose Finanzvehikel, verlogene Ratings, Schwindel, Raubzüge, absurdes Theater, Wildwest-Methoden, professionelle Wettbuden mit selbstgestrickten Derivaten, mit Wertpapieren spielen, mit Schrottpapieren handeln, mit Bonds oder Währungen herumspielen, die sinnlosesten Konsumentendarlehen vergeben usw. »Anstelle der unsichtbaren Hand “effizienter Märkte”, die die globale Ersparnis mit weiser Voraussicht in die nützlichsten Verwendungen lenkt, spielten und spielen Hedgefonds und Investmentbanker im globalen Finanzkasino Russisch Roulette.« (8) »Die Finanzmärkte unserer Tage tun genau das nicht, was ihre Aufgabe wäre: die Ersparnisse der Gesellschaft in jene Investitionen zu lenken, die die Wirtschaft produktiver, umweltverträglicher oder auf irgendeine andere Art reicher machen.« (184)

Karl Marx, auf den sich Sahra Wagenknecht werbewirksam bezieht, hat sich in seiner Analyse der kapitalistischen Produktionsweise nicht gefragt, welches die Aufgabe der Finanzmärkte wäre, sondern erklärt, dass eine gesellschaftliche Reichtumsproduktion, als Warenwirtschaft über den Zweck, in Geld gemessenen Reichtum zu vermehren, die Menschen und ihre konkreten Bedürfnisse zum bloßen Mittel dieser Sorte Reichtumsproduktion degradiert. Nicht die gesellschaftlichen Bedürfnisse, sondern, ob es sich für jemanden lohnt, entscheidet hier darüber, was, wie, ob überhaupt und für wen produziert wird. Zuviel oder zuwenig Mehrwertproduktion war sein Problem nicht.

Sahra Wagenknecht hat da ganz andere Sorgen: »Eine vernünftige Strategie wäre dagegen, das Kasinospiel mit Aktienwerten und Arbeitsplätzen … zu beenden, … mit dem Ziel, die Prioritäten der Unternehmensführung von einer blinden Profitorientierung in Richtung volkswirtschaftlich vernünftiger Investitionen, sicherer Arbeitsplätze … zu verschieben.« (158) »Die Überwindung des Kapitalismus bedeutet nicht die Abschaffung von privatem Produktiveigentum, sondern dessen Beschränkung … wo Zulieferer und Abnehmer sich auf gleichem Level begegnen … kann der Stachel von Eigeninteresse und Gewinn durchaus Innovationen und technologischen Fortschritt fördern.« (245f)

Der anständige Arbeitgeber nimmt beim soliden Bankier Kredit auf – die dieser ohne credit default swaps und CDO Verbriefung in seiner Bilanz zeigt – und kauft Produktionsmittel und Arbeitskräfte ein. Die Arbeitskräfte dürfen für den Unternehmer die Kohlen aus seiner Kohlenmine holen, die er dann mit Gewinn verkauft. Da der Arbeitgeber bescheiden ist und nur einen Teil seines Gewinns konsumiert, kann er mit dem Rest auf erweiterter Stufenleiter zusätzlichen Arbeitskräften, sichere Arbeitsplätze bieten. Zur Sicherung der Wettbewerbsfähikeit sind leider gewisse Maßnahmen zur Internsivierung der Arbeit und Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich unvermeidlich und wirtschaftliche Gründe für Lebensmittel- und Umweltskandale gibt es trotz staatlicher Vorschriften wie eh und je.

»Es gab selten ein System, das so wenige Profiteure und so viele Verlierer hatte wie der heutige Kapitalismus. Es gibt keinen Grund, sich mit ihm und in ihm einzurichten.« (247)

Wer sich nicht nach dem Kapitalismus der 50er, 60er oder 70er Jahre zurücksehnt, sondern an Argumenten gegen den Kapitalismus von heute und gestern interessiert ist, sollte auch folgende Bücher lesen:

Sahra Wagenknecht zu Ursachen der Wirtschaftskrise

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